Inhouseschulung zur Suizid-Krisenintervention

Wer sterben will, will so nicht mehr weiterleben?

 

Systemische Suizid- und Krisenintervention als kreative Suche nach neuen Perspektiven und Lösungen

 

Mit akuten Krisensituationen ihrer Klienten werden Ärzte, Psychotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter und pädagogische Fachkräfte nicht selten konfrontiert. Die Klienten erleben sich als "feststeckend" in einer leidvollen, existentiell bedrohlichen Situation, die den Blickwinkel und die Handlungsmöglichkeiten dieser Menschen meist gänzlich eingeschränkt und verengt. Z.T. existentiellen Fragestellungen (wie z.B. Suizidäußerungen, starke Ängste, Ausweglosigkeit) werden dann thematisiert und lösen vielfach bei den Fachkräften Unsicherheiten und Hilflosigkeit aus, verbunden mit den dazu vorhandenen eigenen Ängsten oder Tabus zum Umgang mit dieser schweren Thematik. Die dann oftmals entstehende Problemtrance kann den Blick der Klienten und auch des Beraters auf mögliche weitere Schritte zur Entlastung versperren.

 

In der systemischen Krisenintervention geht es darum, den eingeschränkten Blickwinkel der Klienten wieder zu erweitern. Dabei betrachtet die/der systemisch arbeitende Beraterin/Berater den Menschen in komplexen Lebensbezügen und fokussiert auf Kompetenzen und Ressourcen der Betroffenen, die auch in kritischen Lebenssituationen immer vorhanden sind. Sie/Er bewertet Krisen als sinnvolle Antwort auf Lebenszusammenhänge, die nicht mehr passend erscheinen und durch andere Entscheidungen bzw. Bedeutungszuschreibungen neu gestaltet werden müssen, denn „wer nicht mehr leben will, kann so nicht mehr weiterleben!“ (lt. crisis "Entscheidung, entscheidende Wendung"). Die Krise, so leidvoll sie auch empfunden wird, wird als notwendige Erscheinungsform im lebenslangen Entwicklungsprozess gesehen.

 

In diesem Seminar sind die TeilnehmerInnen eingeladen, sich mit dieser eher „schweren“ Thematik auf lebendige und kreative Weise auseinander zu setzen und mithilfe systemischer Interventionen und Tools Krisenberatungen vielfältiger zu gestalten. Der Blick auf die eigenen Ressourcen und die Stärkung der eigenen Kräfte steht dabei im Mittelpunkt.

 

Fortbildungsziele:

Anhand eigener Fälle bzw. schwieriger Beratungssituationen kann das eigene Beraterverhalten reflektiert und das professionelle Handeln erweitert werden. Die TeilnehmerInnen können somit mehr Sicherheit und Gelassenheit im Umgang mit dieser Thematik gewinnen.

 

Fortbildungsinhalte

Theoretische Grundlagen

      Grundhaltungen der systemischen Beratung

       Fakten und Zahlen zum Thema Suizid im Alter

       Definition von Krise und Suizidalität

 

Übungen zur Selbstreflektion und Entwicklung einer systemischen Grundhaltung

   Meine Haltung zum Thema Suizid

     Das Reframen

  Der Perspektivwechsel in der Krisenintervention


Ressourcensuche

    Definition von Ressource

     Die Arbeit mit dem Ressourcenmemorie zur Selbstreflektion

     Die Nutzung von Ausnahmen in der Beratung

    Notfallpläne

 

Vorstellen unterschiedlicher Möglichkeiten zur Erarbeitung von Notfallplänen

 

Arbeit mit inneren Bildern

 

Stabilisierungsübungen

 

Referentin: Gabriele Schmidt 

Kosten: nach Vereinbarung